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Fahrstraßenlogik: Das Rückgrat der sicheren Zugfahrt

Im Bahnbetrieb folgen Zugfahrten nicht dem Zufall, sondern exakt vordefinierten und abgesicherten Wegen, den Fahrstraßen. Dieses Prinzip der Fahrstraßenlogik ist das fundamentale Sicherungssystem, das Kollisionen verhindert.

Vom Start zum Ziel: Die Bildung einer Fahrstraße

Bevor ein Zug fahren darf, muss seine Fahrstraße "eingestellt" werden. Diesen Vorgang initiiert in der Regel der Fahrdienstleiter im Stellwerk. Die Anlage prüft daraufhin automatisch eine Reihe kritischer Bedingungen, bevor sie den Weg freigibt:

Freie und reservierte Blockstellen: Der gesamte Weg des Zuges, unterteilt in Abschnitte (sogenannte Blockstellen), muss frei von anderen Zügen sein und für diese Fahrt reserviert werden können.
Korrekte Weichenstellung: Alle Weichen entlang der Route müssen richtig liegen und werden für die Dauer der Fahrt verschlossen.
Flankenschutz: Es muss sichergestellt sein, dass kein anderer Zug von der Seite in die Fahrstraße einfahren kann.
Freie Durchfahrt: Der Weg muss bis zum Zielsignal, oft über mehrere Blockstellen hinweg, durchgehend frei sein.
Die Rolle der Blockstellen im Gesamtsystem

Blockstellen unterteilen die Strecke in kontrollierbare Abschnitte. Die Fahrstraßenlogik nutzt diese Unterteilung, um Züge im "Raumabstand" fahren zu lassen – das bedeutet, dass immer nur ein Zug einen bestimmten Blockabschnitt belegen darf. Sobald ein Zug eine Blockstelle befährt, meldet diese sich als "belegt" und wird erst wieder "frei" gegeben, wenn der Zug sie vollständig verlassen hat. Dieses Zusammenspiel von Fahrstraßen und Blockstellen gewährleistet den lückenlosen und sicheren Betrieb, unabhängig von der verwendeten Stellwerksbauart.

Kategorie: ETCS Glossar Begriffsdefinition

Erstellt am: 07.11.2025