Grundlagen der Fahrdynamik – Reibwert und Kraftschluss zwischen Rad und Schiene
Früher sprach man allgemein vom Reibwert zwischen Rad und Schiene.
Durch die vertiefte Forschung zur Wechselwirkung der Kontaktpaarung Rad/Schiene und zur Entwicklung moderner Bremssysteme erfolgte eine klare begriffliche Trennung:
Von Reibung im physikalischen Sinn spricht man beispielsweise bei der Reibpaarung zwischen Bremsbelag und Scheibe einer Scheibenbremse.
Zwischen Rad und Schiene hingegen entsteht eine Kraftübertragung, weshalb hier der Begriff Kraftschluss präziser ist.
Der KSB wird mit dem Formelzeichen μ beschrieben. Messungen zeigen, dass die Funktion μ = f(V) einen hyperbelähnlichen Verlauf aufweist:
Bei niedriger Geschwindigkeit ist μ hoch (ca. 0,3 – 0,5), während er mit zunehmender Geschwindigkeit auf etwa 0,15 abfällt.
Diese physikalische Abhängigkeit bestimmt wesentlich das Fahrverhalten und die Energieübertragung im Eisenbahnbetrieb.