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Definitionen Fahrdynamik: Polygonisierung der Räder

Die Polygonisierung bezeichnet die Unrundheit von Eisenbahnrädern, die sich durch Brems- und Laufvorgänge mit der Zeit bildet. Früher sorgten Grauguss-Klotzbremsen für einen „Putzeffekt“: Sie reinigten beim Bremsen die Radlauffläche, hielten sie rund und verbesserten den Reibwert.

Mit der Einführung von Scheiben- und dynamischen Bremsen (Generator- oder Wirbelstrombremsen) entfiel dieser Effekt. Dadurch entstanden bei vielen Triebfahrzeugen – erstmals deutlich beim ET 420 ab 1975 – Unrundheiten der Räder, die zu Vibrationen, Körperschall und erhöhter Gleisbelastung führten.

Auch moderne Straßenbahnen sind betroffen: Polygonisierte Räder verursachen Körperschall und Lärmbelästigung in Wohngebieten. Der Wechsel von lauten, rauen Gussklötzen zu leisen Scheibenbremsen hat das Problem verlagert – von Rollgeräusch zu Schwingungsgeräusch.

Eine mögliche Lösung wird in der dosierten Nutzung von Putzbremsen oder neuen Materialkombinationen gesehen, um Radlaufflächen wieder gleichmäßig rund zu halten und Geräusche zu reduzieren.

Kategorie: Definitionen Fahrdynamik

Erstellt am: 14.11.2025