Was ist die Linienzugbeeinflussung LZB? Mit Fallbeispielen
Sie funktioniert über eine Kabelleitung, die zwischen den Gleisen verlegt ist und über die die Züge ständig Daten mit einer Streckenzentrale austauschen.
Fallbeispiel: Ein ICE auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke
Stellen Sie sich einen ICE vor, der mit 250 km/h auf der Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Köln unterwegs ist.
1. Dauerhafte Kommunikation: Entlang der gesamten Strecke liegt ein LZB-Kabel im Gleisbett. Über dieses Kabel "fragt" die Streckenzentrale den Zug mehrmals pro Sekunde ab: "Wo bist du und wie schnell fährst du?"
2. Befehl an den Zug: Der Zug antwortet mit seiner genauen Position und Geschwindigkeit. Die Zentrale kennt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für jeden Streckenabschnitt, jede Kurve und jedes vorausliegende Signal. Sie berechnet permanent einen Bremskurve und sendet dem Zug einen Fahrauftrag: "Du darfst jetzt 250 km/h fahren."
3. Anzeige im Führerstand: Dieser Fahrauftrag erscheint im Führerstand auf einem Display. Der Lokführer sieht dort die Soll-Geschwindigkeit (z.B. 250 km/h) und die Zielgeschwindigkeit (die Geschwindigkeit, die am Ende des Bremswegs erreicht sein muss). Er muss diesen Werten folgen.
4. Eingriff bei Gefahr: Wenn der Zug nun zu schnell wird oder ein haltzeigendes Signal vorausliegt, bremst die LZB den Zug von selbst automatisch und sicher auf die erforderliche Geschwindigkeit ab, ohne dass der Lokführer sofort handeln muss. Ähnlich wie bei der SiFa. Oder wie eine Art Zwangsbremsung ohne eine Zwangsbremsung zu sein.
Der Hauptunterschied auf einen Blick:
LZB ist wie eine dauerhafte Stromschiene aus Daten, die den Zug entlang der gesamten Strecke führt. Sie ist eine leistungsstarke, aber ältere und aufwändige Technik, die hauptsächlich in Deutschland und Österreich im Einsatz ist.
ETCS ist wie das moderne Mobilfunknetz für die Bahn. Der Zug tauscht Daten über Funk mit der Streckenzentrale aus. Dies ist flexibler, günstiger zu installieren und der europäische Standard für den grenzüberschreitenden Verkehr.