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Definitionen Fahrdynamik: Anfahrgrenzlast bei Schienenfahrzeugen

Früher bestimmte die Dampflokzeit die technische Auslegung der Bahnstrecken. Ohne moderne Kommunikation musste ein Zug nach jedem Halt – selbst in Steigungen – selbstständig wieder anfahren können, um gefährliche Situationen wie Kesselexplosionen durch Wassermangel zu vermeiden. Daher wurden Strecken mit gleichmäßigen, begrenzten Steigungen gebaut.

Mit der Einführung von Diesel- und Elektrolokomotiven entfielen diese Risiken. Moderne Kommunikation und schnelle Hilfsanforderung machen steilere und wechselnde Strecken möglich, wie bei Hochgeschwindigkeitsstrecken (z. B. Köln–Rhein/Main).

Die Anfahrgrenzlast wird heute durch dynamische, thermische und mechanische Faktoren bestimmt. Mechanisch ist sie etwa durch die Belastbarkeit der UIC-Schraubenkupplung begrenzt – bei rund 850 kN Zugkraft. Wird dieser Wert überschritten, droht ein Kupplungsriss.

Im Güterverkehr können spezielle Kupplungs- oder Traktionssysteme eingesetzt werden. Die Kombination aus Zugkraft, Reibwert, Steigung und Fahrzeuggewicht zeigt, wie komplex die Berechnung der Anfahrgrenzlast ist und dass sie stets ganzheitlich betrachtet werden muss.

Kategorie: Definitionen Fahrdynamik

Erstellt am: 14.11.2025